Was ist noch einmal der Centenindex?
Das Haushaltsabkommen vom November 2025 sah die Einführung des sogenannten Centenindex für Löhne über dem Median von 4.000 Euro brutto (bzw. einem Stundenlohn von 24,29 Euro bei einer 38-Stunden-Woche) vor. Diese Maßnahme begrenzte die Indexierung bestimmter höherer Löhne, Renten und Sozialleistungen vorübergehend auf 2 % in den Jahren 2026 und 2028.
Der Centenindex besteht aus drei Teilen:
• eine Indexdämpfung für bestimmte höhere Löhne
• ein besonderer Lohnminderungsbeitrag;
• ein konsolidierter besonderer Lohnminderungsbeitrag.
Was bedeutet das konkret?
Da Löhne über 4.000 Euro brutto nur teilweise indexiert werden, steigen deine Lohnkosten weniger stark als bei einer klassischen Indexierung. Dem steht jedoch ein Lohnminderungsbeitrag gegenüber, der auf diesen Vorteil einbehalten wird.
Für deine Arbeitnehmer mit einem Bruttolohn bis einschließlich 4.000 Euro bleibt alles unverändert. Für Arbeitnehmer mit Bruttolöhnen über 4.000 Euro wird eine Deckelung angewandt: Sie erhalten maximal 2 % auf 4.000 Euro (also 80 Euro) in den Jahren 2026 und 2028.
Ein Stundenlohn wird mit der Vollzeit-Wochenarbeitszeit multipliziert, anschließend mit 13 multipliziert und durch drei geteilt.
Für Teilzeitbeschäftigte wird der Lohn auf Basis des Beschäftigungsgrades auf einen Vollzeitlohn umgerechnet.
Ein einfaches Beispiel
Wenn der Schwellenindex überschritten wird und die Indexierung 2 % beträgt, steigt der Bruttolohn von Maud um 80 Euro bei einem Monatslohn von 4.000 Euro. Das ist sowohl bei der normalen Indexierung als auch beim Centenindex der Fall.
Verdient Maud 5.000 Euro brutto pro Monat, würde ihr Lohn bei einer klassischen Indexierung um 100 Euro steigen. Unter dem Centenindex wird diese Erhöhung jedoch auf 80 Euro begrenzt.
Du als Arbeitgeber sparst auf diese Weise 20 Euro. Unter Berücksichtigung eines Arbeitgeberbeitrags von 25 % beläuft sich die Gesamtersparnis auf 25 Euro. Von diesem Betrag muss die Hälfte, also 12,5 Euro, an die Sozialversicherung (RSZ) abgeführt werden.
Was, wenn die Indexierung mehr als 2 % beträgt
Ist die Indexierung höher als 2 %, wird der Teil über 2 % vollständig angewandt.
Ein einfaches Beispiel:
Dein Arbeitnehmer verdient 4.500 Euro brutto und die Indexierung beträgt 2,5 %. Der Centenindex von 2 % wird auf 4.000 Euro angewandt.
4000 x 2 % = 80 Euro
Die 0,5 % werden auf 4.500 Euro angewandt = 22,5 Euro.
Du erhältst also eine Gesamtindexierung von 102,5 Euro, was einem Bruttolohn von 4.602,5 Euro entspricht.
Was, wenn es mehrere Indexierungen gibt?
Gibt es mehrere Indexierungen, wird der Centenindex angewandt, bis du insgesamt 2 % erreichst. Danach wird der Lohn wieder vollständig indexiert.
Ein einfaches Beispiel:
Dein Arbeitnehmer verdient 4.500 Euro brutto. Die erste Indexierung beträgt 1,5 % und die zweite Indexierung 1 %.
Erste Indexierung von 1,5 % am 1. Juli 2026
Der Centenindex wird in Höhe von 1,5 % auf 4.000 Euro angewandt.
4000 x 1,5 % = 60 Euro. Der Lohn beträgt also 4.500 + 60 = 4.560 Euro.
Zweite Indexierung von 1 % am 1. Januar 2027
Der Centenindex wird noch in Höhe von 0,5 % (um auf insgesamt 2 % zu kommen, nämlich 1,5 + 0,5 %) auf 4.000 Euro angewandt. 4000 x 0,5 % = 20 Euro.
Die übrigen 0,5 % werden auf 4.560 Euro angewandt = 22,8 Euro.
Dein Arbeitnehmer erhält also eine Gesamtindexierung von 42,8 Euro, was einem Bruttolohn von 4.602,8 Euro entspricht.
Was bedeutet das für dein Unternehmen?
Der Centenindex beginnt, sobald in deinem Sektor eine Indexierung erfolgt, und endet, sobald die Grenze von 2 % erreicht ist.
Da jeder Sektor ein eigenes Indexsystem hat, beginnt der Centenindex nicht überall gleichzeitig.
Prüfe also unbedingt, wann es in deinem Sektor eine Indexierung gibt: Indexlist: indexeringen en loonaanpassingen | Securex
Beispiel:
- Gehören deine Arbeitnehmer zum Paritätischen Ausschuss 314 (Friseure und Schönheitsdienstleistungen), bist du als Erster an der Reihe.
- Gehören deine Arbeitnehmer zum zusätzlichen Paritätischen Ausschuss für Angestellte, sind deine Arbeitnehmer erst ab dem 1. Januar 2027 an der Reihe.
Was ist der Lohnminderungsbeitrag?
Durch den Centenindex sparst du als Arbeitgeber bei deinen Lohnkosten. Dem steht jedoch ein neuer Lohnminderungsbeitrag gegenüber, der auf diesen Vorteil einbehalten wird. Du musst die Hälfte der Ersparnis an die Sozialversicherung (RSZ) abführen.
Der Lohnminderungsbeitrag besteht aus drei Phasen. Die Berechnung erfolgt anhand einer komplexen Formel.
- ein besonderer Lohnminderungsbeitrag während der ersten und zweiten Dämpfungsperiode;
- ein vorläufiger konsolidierter Lohnminderungsbeitrag, sobald der Dämpfungseffekt von 2 % erstmals erreicht ist;
- ein endgültiger konsolidierter Lohnminderungsbeitrag, sobald der Dämpfungseffekt von 2 % zum zweiten Mal erreicht ist. Dies muss noch per KB ausgearbeitet werden.
Was macht Securex für dich?
Wir verfolgen den Centenindex für dich und berechnen auch den korrekten Lohnminderungsbeitrag. Hast du noch Fragen, kontaktiere uns unter myHr@securex.be.