Mindestlohn Flexi
Bevor wir auf den neuen Höchstlohn eingehen, frischen wir zunächst die Regeln zum Mindestlohn in der Gastronomie auf. Im PC 302 gilt für Flexi-Jobber ein pauschaler Mindestlohn, unabhängig von der ausgeübten Funktion. Das ist ein wichtiger Unterschied zu anderen Sektoren, in denen der Lohn auf Basis der anwendbaren Gehaltstabellen und Funktionsklassifikationen bestimmt wird.
Zusätzlich zum Mindestlohn wird das Flexi-Urlaubsgeld von 7,67 % pro Stunde, das zusammen mit dem Flexi-Lohn ausgezahlt wird, gewährt.
Der aktuelle Mindestlohn beträgt 11,87 Euro. Zusammen mit dem Flexi-Urlaubsgeld sind das 12,78 Euro pro Stunde.
Höchstlohn Flexi
Neu seit dem 1. Juli 2026 ist die Einführung eines pauschalen Höchstlohns für Flexi-Jobber in der Gastronomie. Diese Lohnobergrenze beträgt 21 Euro pro Stunde ohne Flexi-Urlaubsgeld bzw. 22,61 Euro pro Stunde inklusive Flexi-Urlaubsgeld.
Historie
Anfang 2024 wurde ein Höchstlohn für Flexi-Jobber eingeführt, um Missbrauch des Systems zu verhindern. Diese Lohnobergrenze war auf 150 % des Flexi-Mindestlohns festgelegt, inklusive etwaiger Prämien und Zuschläge. Dies führte zu Problemen in Sektoren, in denen Prämien von bis zu 100 % bestehen, zum Beispiel für Sonntagsarbeit.
Neue Regelung
Die Regelung wurde nun für alle Sektoren angepasst:
- In der Gastronomie wurde ein pauschaler Höchstlohn eingeführt.
- In allen anderen Sektoren wurde der Höchstlohn auf 150 % angepasst, exklusive gesetzlich oder durch Tarifvertrag festgelegter Prämien.
Auf welche Prämien und Vergütungen hat ein Flexi Anspruch?
Ein Flexi-Jobber hat Anspruch auf alle Prämien und Vergütungen, auf die ein traditioneller Arbeitnehmer ebenfalls Anspruch hat. Das gilt auch in der Gastronomie.
Für die Berechnung des Flexi-Lohns muss jedoch zwischen Prämien (brutto) und Vergütungen (netto) unterschieden werden. Wir erläutern dies kurz für die Gastronomie.
Prämien
Bei Flexi-Jobs gilt das Prinzip brutto = netto. Nicht nur der Grundlohn, sondern auch Prämien, die der Sozialversicherung unterliegen, genießen den günstigen Flexi-Status. Für den Flexi-Jobber sind diese Beträge also frei von gewöhnlichen Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern.
Für die Berechnung des maximalen Flexi-Lohns von 21 Euro pro Stunde müssen alle Gehaltsbestandteile, die Teil des Flexi-Lohns sind, berücksichtigt werden.
Konkret müssen unter anderem Nachtprämien, Sonntagszuschläge und etwaige Prämien auf Unternehmensebene mitgerechnet werden. Zusammen mit dem Grundlohn dürfen diese Beträge die Obergrenze von 21 Euro pro Stunde (ohne Flexi-Urlaubsgeld) nicht überschreiten.
Vergütungen
Im Gastronomiesektor gibt es neben Prämien auch einige Vergütungen. Diese decken Kosten ab und sind in jedem Fall Nettobeträge. Sie sind somit kein Teil des Flexi-Lohns, sondern werden zusätzlich gezahlt.
Der Flexi-Jobber hat Anspruch auf diese Vergütungen, ebenso wie ein gewöhnlicher Arbeitnehmer. Dazu gehören die Bekleidungsvergütung und die Vergütung für den Pendelverkehr.
Diese Nettovergütungen müssen für den maximalen Flexi-Lohn nicht mitgerechnet werden.
Beispielrechnung
Beispiel 1: Lohnobergrenze eingehalten
Jean arbeitet jeden Sonntag als Flexi-Jobber hinter der Bar des Cafés De Vriendschap. Er erhält einen Grundlohn von 18 Euro pro Stunde. Da er sonntags arbeitet, hat er auch Anspruch auf den Sonntagszuschlag von 2 Euro pro Stunde.
Für die Prüfung des maximalen Flexi-Lohns müssen beide Beträge addiert werden:
18 Euro + 2 Euro = 20 Euro pro Stunde
Jean bleibt somit unter dem Maximum von 21 Euro pro Stunde (ohne Flexi-Urlaubsgeld). Diese Vergütung ist zulässig.
Darüber hinaus hat Jean noch Anspruch auf:
- Flexi-Urlaubsgeld;
- eine Vergütung für den Pendelverkehr;
- eventuell eine Bekleidungsvergütung.
Diese Vergütungen zählen nicht zum maximalen Flexi-Lohn.
Beispiel 2: Lohnobergrenze überschritten
Angenommen, Jean erhält einen Grundlohn von 20 Euro pro Stunde. Mit dem Sonntagszuschlag von 2 Euro pro Stunde ergibt sich sein Flexi-Lohn zu:
20 Euro + 2 Euro = 22 Euro pro Stunde
Das Maximum von 21 Euro pro Stunde wird damit überschritten. Diese Vergütung ist somit nicht zulässig. Um innerhalb der Grenzen der Flexi-Regelung zu bleiben, muss der Grundlohn gesenkt werden.
Index
Im Gastronomiesektor gibt es inzwischen verschiedene Indexregeln.
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Betrag |
Indexzeitpunkt |
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Gehaltstabelle |
1. Januar jeden Jahres |
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Flexi-Lohn (sowohl Mindest- als auch Höchstlohn) |
3 Monate nach Überschreitung des Durchschnittsindex |
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Pauschalen extra |
Anfang des Quartals nach Überschreitung des Durchschnittsindex |
Konkret bedeutet dies, dass aufgrund der Überschreitung des Durchschnittsindex im Juni in diesem Monat die Pauschalen für die Extras indexiert werden.
Mehr lesen: „Der Durchschnittsindex wurde überschritten“
Im September 2026 werden der Mindest- und der Höchst-Flexi-Lohn indexiert. Wir erhalten dann:
- Mindest-Flexi-Lohn: 12,11 Euro pro Stunde, 13,04 Euro inklusive Flexi-Urlaubsgeld
- Höchst-Flexi-Lohn: 21,42 Euro pro Stunde, 23,06 Euro inklusive Flexi-Urlaubsgeld
Mehr lesen: ‚Flexi-Jobs: eine allgemeine Anwendung in allen Sektoren‘
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Quelle