Die Realität der Gründung
Jonathan hatte ein klares Bild: Freiheit. Doch dieses erwies sich als Illusion. „Als Berater fühlte ich Freiheit, aber als Unternehmer deutlich weniger. Man erhält die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen, die man als Arbeitnehmer nicht treffen konnte, doch gleichzeitig kommen Verpflichtungen hinzu, die man früher nicht hatte. Es ist ein Trade-off.“
Zudem gibt es eine weitere harte Realität: „Was auch immer passiert, Sie müssen es selbst lösen. Selbst wenn Sie jemanden suchen, der ein Problem behebt, liegt die erste Handlung immer bei Ihnen.“
Einsamkeit: Wie fühlt sich das an?
Für Jonathan begann es mit Unverständnis. „Niemand glaubte daran. Die Familie sagte oft: ‚Würdest du nicht aufhören?‘ Man möchte über ein Problem sprechen und erhält als Antwort: ‚Bringt das nichts ein? Warum machst du das?‘ Das hilft nicht.“
Manchmal sind die Erwartungen hoch. „Man wird erwartet, alles zu wissen, aber das ist nicht der Fall.“
Darüber hinaus herrscht eine Kultur der scheinbaren Perfektion. „Auf LinkedIn sieht es so aus, als ob bei anderen Unternehmen alles reibungslos läuft, doch vieles davon ist reine Marketingstrategie. Hinter den Kulissen hört man oft eine ganz andere Geschichte. Die verletzliche Seite bleibt verborgen, und selbst wenn sie gezeigt wird, dient sie häufig der Imagepflege. Das kann ein Gefühl von Einsamkeit hervorrufen.“
Jonathan vergleicht es mit der Elternschaft:
Maßnahmen gegen Einsamkeit
Jonathan suchte nach Verbindung. Er schloss sich Netzwerken und Communities von Unternehmern an. „Dort konnte ich ich selbst sein und mit meinen Unsicherheiten hingehen. Man kommt in eine Gruppe von Blinden, die es auch nicht wissen, aber das schafft Verbundenheit.“
Coaching und der Austausch mit Personen in ähnlicher Situation halfen ihm, sich seines Wachstums bewusst zu werden. „Bewusstsein allein vergrößert man nicht selbst. Das entsteht durch die Fragen anderer. Man merkt, dass Dinge gelöst werden, aber man muss sich bewusst machen, welche Aktionen man dafür unternommen hat.“
Dennoch ändern sich die Bedürfnisse im Laufe der Zeit. „Jetzt benötige ich erfahrenere Menschen als Coach. So wie mit einer Mutter zu sprechen, die einem Ratschläge geben kann.“
❗Wichtigste Lektion? Akzeptanz. „Ihr Unternehmen ist Ihr Kind. Sie lernen es erst durch das Tun kennen. "Eine Pauschallösung gibt es nicht".
Ratschläge von Jonathan
- Bauen Sie ein Netzwerk auf, bevor Sie starten. „Sorgen Sie dafür, dass Sie wissen, an wen Sie sich wenden können.“
- Suchen Sie Personen in einer ähnlichen Situation und erfahrene Unternehmer. Verschiedene Perspektiven sind hilfreich.
- Finden Sie einen guten Partner. „Mit einem Partner können Sie sich austauschen. Sie teilen die Verantwortung und haben die gleichen Anreize.“
- Seien Sie nachsichtig mit sich selbst. Niemand macht alles perfekt.
- Sorgen Sie für Ihr Wohlbefinden. Schlaf, Reflexion und Abstand sind entscheidend. „Manchmal muss man den Mut haben, auszusteigen, um wieder Fokus zu finden.“
- Akzeptieren Sie, dass Entscheidungen Folgen haben. „Entscheiden heißt verzichten: Sie können nicht alles gleichzeitig haben.“
- Arbeiten Sie an Ihrer Einstellung. „Bleiben Sie mit Ihrem eigenen Körper verbunden und spüren Sie, was innen vor sich geht. Nicht alles können Sie verändern, aber Sie können zu positiven Emotionen zurückkehren. Manchmal ist es, wie es ist – akzeptieren Sie, dass Sie immer Ihr Bestes geben. Wachstum bedeutet, aus gemachten Fehlern zu lernen.“
Arbeiten Sie an Ihrer sozialen Verbindung
Einsamkeit gehört manchmal zum Unternehmertum, doch man muss nicht darin verharren. Einsamkeit zu durchbrechen beginnt oft mit kleinen Schritten: Kontakt suchen, Erfahrungen teilen und bewusst ein Netzwerk aufbauen, auf das Sie zurückgreifen können. Möchten Sie entdecken, wie soziale Verbindung Ihr mentales Wohlbefinden als Unternehmer stärken kann?
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